Eine Frage der Ehre?

Mir schwirrt schon seit Monaten eine Geschichte im Kopf herum. Inspiriert ist sie von einer Person, die mir sehr nahesteht. Nennen wir sie einmal X.

Doch in dieser Geschichte wird X mit seinen Schwächen konfrontiert. Und genau hier liegt das Problem. Denn ich habe Angst, wie X reagiert, wenn er sie am Ende liest. Ständig habe ich dieses Bild vor Augen, wie X mich völlig entgeistert, enttäuscht und vielleicht auch ein klein wenig wütend anstarrt und dabei die eigentliche Botschaft nicht mitbekommt. Die ist nämlich durchaus positiv.

Ich will X nicht auf den Schlips treten oder ihn verletzen. Schließlich wird niemand gern auf seine Schwächen aufmerksam gemacht. Kann ich verstehen. Geht mir ja auch so.

Und dann habe ich gedacht: Schreib doch erst mal! Wenn du die Geschichte dann fertig hast, zeig sie ihm. Und nur ihm. Unter vier Augen. Letzen Endes ist es ja auch nur eine Geschichte und die Hauptfigur besitzt nur einige Facetten von ihm.

Aber irgendwie bekomm ich das nicht hin.

Ist es also eine Frage der Ehre, die Geschichte zu schreiben ohne Rücksicht auf Verluste?
Oder ist es Ehrensache das Thema einfach ruhen zu lassen und keine schlafenden Hunde zu wecken?

Oder spinn ich einfach nur rum und mach mir zu viele Gedanken?

 

Lucie Schmidt schreibt!

Jemand hat mir mal gesagt, dass Leser wissen möchten, wer der Autor ihrer Bücher und Geschichten ist. Was ist er für ein Mensch? Wie tickt er? Was schreibt er als nächstes?

Mir persönlich fällt es aber extrem schwer, mich selbst zu beschreiben. Und vor allem dabei neutral zu bleiben. Klar, die harten Fakten sind einfach. Alter, Größe, Gewicht sind schnell runtergebetet. Obwohl, beim Gewicht würde ich wahrscheinlich schummeln. Soviel zur Neutralität.

Ich glaube, dass man einen Menschen am besten kennenlernt, in dem man rausfindet, was ihn beschäftigt und welchen Gedanken er nachhängt.

Ein Anhaltspunkt sind natürlich meine Märchen. Weitere liefere ich in diesem Blog.

Viel Spaß beim Lesen.