Sterben Märchen aus? – Ein Antwortversuch

Sterben Märchen aus? Ist eine Frage, die mich nach wie vor beschäftigt. Und wie schon vor ein paar Monaten angekündigt, wollte ich zur Leipziger Buchmesse, um wildfremde Menschen zu fragen, was sie darüber denken.

Der Plan stand also fest. Das Ticket war gebucht. Und ich auf dem Weg. Immer mit der Hoffnung eine Antwort zu finden. Doch wie bei allen Grundsatzfragen, scheint es hier auch keine eindeutige, alles erklärende, Antwort zu geben. Aber es gibt eine Tendenz! Und das ist doch immerhin ein Anfang.

Eins nur vorweg: Als Reporter würde ich gnadenlos verhungern. Ich hatte mir zwar ein paar Fragen zurechtgelegt und bin dann frohen Mutes drauf los gestiefelt. Doch als es dann Ernst wurde, ist mir das Herz dann doch in die Hose gerutscht. Krampfhaft habe ich mich an meinem Stift festgekrallt, bevor ich auch nur ein Wort rausbekam. Aber nach zwei, drei Versuchen flutschte es dann doch ganz gut. Gott sei Dank.

Um überhaupt erstmal ins Thema zu kommen, habe ich die Leute gefragt, welches ihr Lieblingsmärchen ist und warum. Die Antworten und Gründe waren dabei so unterschiedlich, wie die Menschen selbst. Was mich dabei positiv überraschte war, dass auch Märchen dabei waren, die nicht so bekannt sind. Wie z.B. die zertanzten Schuhe.

Auf die Frage, ob sie glauben, dass Märchen aussterben, antworteten ca. 90 % mit „Nein“. Auch wenn keiner so richtig sagen konnte warum, finde ich die 90 % doch beruhigend.

Aber eins hatten alle Befragten gemeinsam: Sie alle verbanden mit Märchen Kindheitserinnerungen! Egal, welche Märchen sie mochten und warum. Alle hatten ein Lächeln auf den Lippen, wenn Sie daran zurückdachten.

Und vielleicht ist das auch der Grund, warum ich jetzt glaube, dass es Märchen auch noch in 1.000 Jahren geben wird. Weil es immer jemanden geben wird, der bereit ist, sie zu erzählen oder vorzulesen … und so neue Erinnerungen schafft.

Kleines Schlusswort:
Ich habe nur ein paar Leute befragt. Von daher ist diese kleine Miniumfrage weder repräsentativ, noch wissenschaftlich belegbar. Sie ist einfach nur die subjektive Wahrnehmung einer Märchentante.

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Der Plan

Sterben Märchen aus? Diese Frage beschäftigt mich nach wie vor. Leider bin ich einer Antwort noch kein Stück nähergekommen. Warum? Naja, Schreiben ist für mich ein Hobby. Ich schreibe allein in meinem kleinen Kämmerlein. Deswegen bin ich weder in irgendwelchen Autorennetzwerken unterwegs, noch kenne ich die Szene besonders. Und Google konnte mir bisher auch nicht wirklich weiterhelfen.

Aber: Ich habe einen Plan!

Ich habe beschlossen aktiv zu werden und die Sache selbst in die Hand nehmen. Denn im März ist die Leipziger Buchmesse und ich werde dabei sein. Nur als Gast versteht sich. Aber dort treffen Autoren, Leser und Verlage aufeinander. Bücher und Geschichten werden gefeiert und vielleicht, nur vielleicht, finde ich ja eine Antwort auf meine Frage.

Wie genau ich es anstellen werde, der Märchenfrage auf den Grund zu gehen, weiß ich noch nicht. Vielleicht werde ich einen kleinen Fragenkatalog zusammenstellen und jeden damit löchern, der nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Oder ich schaue mir einfach nur jeden einzelnen Stand an und suche nach neuen, aufstrebenden Märchenbuchautoren. Was ja dann die Märchenfrage beantworten würde.

Wahrscheinlich komme ich aber eher mit einer Ladung neuer Bücher, als mit einer Antwort zurück. Und selbst wenn, dann habe ich zumindest wieder jede Menge Lese-Spaß. Außerdem gibt’s da ja immer noch Frankfurt.

Wie sieht‘s denn mit euch aus? Glaubt ihr, dass Märchen wirklich aussterben? Oder habt ihr Fragen zum Thema Märchen, die ich auf der Messe stellen soll? Dann schreibt mir.

 

Sie lässt mich nicht los

Die Märchenfrage. „Sterben Märchen wirklich aus?“

Und es ist nicht nur, dass sie mich nicht los lässt. Nein. Einmal drüber nachgedacht, wirft sie einfach – ganz ungefragt – neue Fragen auf!
Wie z. B.: Passen Märchen überhaupt noch in unsere Zeit?
Oder: Haben sie sich vielleicht nur verwandelt, der Zeit angepasst und erscheinen heute in einem neuen Gewand auf Youtube?

Dann kam mir ein anderer Gedanke. Vielleicht bin ich ja so sehr in meine eigene Märchenwelt verwickelt, dass ich eine andere Welt überhaupt nicht wahrnehmen kann. Oder will.

Also habe ich in diese wundersame Glaskugel namens Google geschaut. Die, die alles weiß und jeden kennt. Ich habe nach Autoren von Märchen gesucht. Und zwar die, die noch leben oder bis vor kurzem gelebt haben.

Ich gebe zu, ich habe nur kurz gesucht, aber was ich fand, hat mich dann doch überrascht.

Zum einen bin ich über Antoine de Saint-Exupéry gestolpert. Er lebte (laut Wikipedia) von 1900 bis 1944. Der Herr mit diesem sehr exquisiten, französischen Namen hat ein Märchen geschrieben, dass viele von euch kennen werden: Der kleine Prinz.

Was mich aber noch mehr überraschte war die Tatsache, dass sogar Astrid Lindgren Märchen geschrieben hat. Ich kannte bisher nur Pipi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga. Ich hatte sogar vergessen, dass Ronja Räubertochter von ihr ist. Und das ist ein Buch, welches ich als Kind wirklich gern gelesen habe (wobei ich hier gestehen muss, dass ich mir Namen noch nie gut merken konnte). Astrid Lindgren lebte von 1907 bis 2002.

Wahrscheinlich wird mich die Märchenfrage noch ein ganzes Weilchen beschäftigen. Meine Suche nach einer Antwort hat aber zumindest begonnen. Vielleicht stolpere ich ja sogar noch über einen quick lebendigen Märchenerzähler.

Und was dann passiert. Wer kann das schon sagen?

Sterben Märchen aus?

Meine Geschichten veröffentliche ich über neobooks – ja, ok, bis jetzt ist es nur Eine, aber immerhin.

Neobooks hat seiner Homepage ein Update verpasst. Neben einem neuen Layout, sind auch ein paar Änderungen eingebaut worden. Und ich musste mit Erstaunen feststellen, dass neobooks die Kategorie „Märchen“ abgeschafft hat. Es gibt sie einfach nicht mehr. Stattdessen heißt sie „Mythen und Legenden“!

Im ersten Moment war ich irritiert. Im Zweiten schoss mir die Frage durch den Kopf: Sterben Märchen aus? Andere eBook-Anbieter haben diese Kategorie nach wie vor gelistet. Aber wie lange noch?

Mythen und Legenden? Ich finde Märchen gehören definitiv mit in diese Kategorie. Aber separat für sich. Genau wie Mythen separat stehen bzw. die Legenden. Märchen komplett streichen? Das wäre, als würde man bei Harry Potter die Hermine streichen. Das funktioniert einfach nicht.

Und dann kam mir noch ein Gedanke: Aschenputtel und Co. kennen wir alle. Hans Christian Andersen und die Gebrüder Grimm auch. Aber mir fällt spontan niemand aus der „Neuzeit“ ein, der Märchen schreibt. (Harry Potter lasse ich hier mal außen vor.)

Wollen Kinder keine Märchen mehr? Bin ich einfach zu naiv oder stur, um mich der Realität zu stellen? Passen Märchen vielleicht nicht mehr in unsere Zeit? Oder bewege ich mich schlicht in den falschen Kreisen, so dass ich von all den neuen Märchenerzählern nichts mitbekomme?

Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht! Aber auch hier glaube ich, wie immer, an ein Happy End.

Warum Märchen?

Weil meine Gedichte echt für den Arsch sind!

Abgesehen davon mag ich Märchen. In ihnen ist einfach alles möglich. Hier kannst du fliegen und unter Wasser atmen. Du kannst Sternen begegnen und mit dem Wind um die Wette laufen. Märchen gehen immer gut aus. Und egal wie düster eine Situation auch wird, das Gute gewinnt immer.

Märchen geben mir Hoffnung. Sie zeigen mir, dass nicht alles schlecht ist. Das Wunder möglich sind. Das irgendwann der Prinz auf seinem weißen Pferd angeritten kommt.

Vielleicht ist es ein bisschen naiv, so zu denken. Aber was solls. Letzen Endes, bin ich eben eine Märchentante.