Weihnachtliche Geständnisse!

Heute ist der erste Advent. Wer hätte das gedacht. Nur noch vier Wochen, dann ist Weihnachten. Und wie jedes Jahr kommt diese Erkenntnis ziemlich überraschend.

Wenn ich allerdings aus dem Fenster schaue, sieht das Wetter wenig weihnachtlich aus. Der Himmel ist grau und es regnet. Die Temperaturen liegen im zweistelligem Bereich, was mich eher an den kommenden Frühling erinnert, als an die kommende Weihnachtszeit.

Und dennoch freue ich mich auf die nächsten vier Wochen. Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die nichts mehr mit Weihnachten anfangen können. Doch für mich – als Märchentante – ist Weihnachten genau meine Zeit!

Warum? Ganz einfach. Zu keiner anderen Zeit lassen es Erwachsene mehr zu, wieder ein Stück Kind zu sein, als in dieser. Zu keiner anderen Zeit des Jahres werden so viele Märchen erzählt, als in dieser. Zu keiner anderen Zeit, haben die Menschen mehr Hoffnung.

Als Kind ging es mir hauptsächlich um Geschenke. Ohne Scheiß. Ich habe sogar heimlich in den Schränken meiner Eltern nach meinen Geschenken gesucht, weil ich nicht bis zur Bescherung warten konnte.

Doch ich bin älter geworden, ausgezogen und erwachsen geworden. Und je älter ich wurde, desto wichtiger wurde mir Weihnachten. Nicht wegen der Geschenke. Sondern wegen der Atmosphäre. Wegen der Lichter. Wegen der Leckereien. Irgendwie denkt man mehr an andere und versucht ihnen eine Freude zu machen. Und man ist anfälliger für die Liebe. Klingt komisch, ist aber so.

Den Weihnachten ist ansteckend. Natürlich gehen einem die ganzen Weihnachtslieder irgendwann auf die Nerven. Und an den ganzen Süßigkeiten hat man sich irgendwann auch überfressen. Aber es sind die Momente, in denen du mit deinen Lieben zum tausendsten Mal „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ anschaust, die so ansteckend sind. Die Momente, in denen du auf weiße Weihnachten hoffst, obwohl du genau weißt, dass das nicht passieren wird. Die Momente, in denen du mit deiner Familie bei Kerzenschein ein Glas Wein trinkst und über Gott und die Welt plauderst. Die Momente in denen du mit Freunden über den Weihnachtsmarkt schlenderst, obwohl dir die Füße abfrieren und du gar keinen Glühwein magst. Die Momente, in denen jemand dein Geschenk aufmacht und dich bis über beide Ohren anstrahlt. Die Momente, in denen dein pubertäre Neffe mit hochroten Ohren, dem angeblichen Weihnachtsmann ein Gedicht aufsagt, um seinen Geschwistern nicht die Illusion zu rauben. Oder die Momente, in denen du selbst mit hochrotem Kopf vor deiner Familie stehst und deine neuste Geschichte vorliest.

Ich weiß, das klingt alles ziemlich kitschig und wie aus einem Drei-Groschen-Roman. Aber ich bin eine Märchentante. Und als Märchentante darf ich das. Und als Mensch, wünsche ich mir noch viel mehr davon! Nicht nur zu Weihnachten.

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